Immer mehr Menschen fragen vor dem Kauf nach den Materialien ihrer Kleidung. Verbraucher möchten heute wissen, ob ein Stoff wirklich umweltfreundlich ist oder nur so beworben wird. Im Vergleich der Nachhaltigkeit von Tencel und Modal ist die Antwort nicht immer so einfach, wie es die Werbung suggeriert.
Sowohl Tencel als auch Modal werden oft als „umweltfreundlich“ bezeichnet, sind aber nicht dasselbe Material. Wenn Sie wissen, wie die einzelnen Stoffe hergestellt werden, woher die Materialien stammen und wie lange sie halten, können Sie eine fundiertere Entscheidung treffen. Dieser Artikel erklärt Ihnen alles verständlich.
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Was sind Tencel und Modal?
Beide Stoffe werden aus natürlichen Holzquellen gewonnen und durchlaufen einen Herstellungsprozess, um die weichen, atmungsaktiven Textilien zu werden, die man in Kleidung und Bettwäsche findet. Doch die Art der Herstellung und die Kontrolle über diesen Prozess machen einen großen Unterschied im Vergleich der Nachhaltigkeit von Tencel und Modal aus.
Wie Tencel hergestellt wird
Tencel ist eine Marke des österreichischen Unternehmens Lenzing. Es wird aus Zellstoff hergestellt, der meist aus Eukalyptusbäumen gewonnen wird. Das Besondere an der Tencel-Produktion ist der geschlossene Herstellungsprozess , bei dem die während der Faserherstellung verwendeten Lösungsmittel zurückgewonnen und wiederverwendet werden.
Dieses System reduziert den Chemikalienverbrauch und den Wasserverbrauch drastisch. Es ist einer der Hauptgründe, warum Tencel weithin als Maßstab für verantwortungsvolle Textilproduktion gilt. Erfahren Sie alles über die Herstellung von Tencel und warum das so wichtig ist in „Alles, was Sie über Lenzing Tencel-Gewebe wissen müssen“ .
Wie Modal hergestellt wird
Modal ist eine Viskoseart, also eine halbsynthetische Faser aus natürlichem Zellstoff. Sie wird meist aus Buchen gewonnen, die schnell wachsen und wenig Bewässerung benötigen. Der Herstellungsprozess von Modal kann jedoch je nach Hersteller stark variieren.
Hier sind ein paar Gemeinsamkeiten beider Stoffe:
- Beide sind halbsynthetische Stoffe aus Zellstoff. Sie werden aus einem natürlichen Rohstoff hergestellt, durchlaufen aber eine chemische Verarbeitung, um zu Fasern zu werden.
- Beide Materialien fühlen sich weich und atmungsaktiv an. Aufgrund ihres hohen Tragekomforts auf der Haut sind sie in Sportbekleidung, Unterwäsche und Bettwäsche sehr beliebt.
- Beide Stoffe werden häufig als nachhaltig vermarktet. Man findet regelmäßig Hinweise auf Umweltfreundlichkeit auf den Etiketten beider Materialien.
Der Begriff „halbsynthetisch“ bedeutet lediglich, dass der Stoff aus einem Naturmaterial besteht, das jedoch durch chemische Prozesse verarbeitet wird, bevor es zu einer nutzbaren Faser wird. Er liegt damit irgendwo zwischen rein natürlichen Stoffen wie Baumwolle und rein synthetischen wie Polyester.
Wie nachhaltig ist der Rohstoff?
Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Tencel- und Modal-Stoffen ist der Ausgangspunkt entscheidend. Die verwendete Baumart, ihre Anbauweise und die verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Waldes beeinflussen maßgeblich die Umweltfreundlichkeit des fertigen Stoffes.
Baumquellen und Landwirtschaft
Tencel verwendet hauptsächlich Eukalyptusbäume, während Modal typischerweise Buchen nutzt. Beide Baumarten wachsen relativ schnell und benötigen keinen hohen Pestizideinsatz. Die Nachhaltigkeit beider hängt jedoch stark von der Anbauweise und dem Anbauort ab.
Folgende Schlüsselfaktoren sind zu berücksichtigen:
- Wasserverbrauch. Die für Tencel verwendeten Eukalyptusbäume werden in Regionen mit ausreichendem Niederschlag angebaut, wodurch der Bewässerungsbedarf reduziert wird. Auch Buchen benötigen mäßig Wasser, der Bedarf kann jedoch je nach Region und Anbaumethode variieren.
- Auswirkungen auf die Landnutzung. Das Holz von Tencel stammt häufig aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen, die nicht mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurrieren. Auch die Buchenwälder von Modal können verantwortungsvoll bewirtschaftet werden, dies ist jedoch nicht immer gewährleistet.
- Risiko der Entwaldung. Lenzing, das Unternehmen hinter Tencel, verpflichtet sich öffentlich dazu, keine Rohstoffe aus gefährdeten Wäldern zu beziehen. Die Beschaffungspraktiken der einzelnen Modalhersteller hängen vollständig von der jeweiligen Marke ab.
Die Rohstoffgewinnung ist nur ein Teil des Nachhaltigkeitspuzzles. Die Art und Weise, wie die Faser anschließend im Werk verarbeitet wird, hat mindestens genauso große, wenn nicht sogar größere Auswirkungen auf die Umwelt.
Herstellungsprozess und Chemikalienverwendung
In der Produktionsphase zeigen sich die Unterschiede zwischen Tencel und Modal deutlicher. Beide Stoffe benötigen chemische Lösungsmittel, um Holzfasern aus dem Zellstoff zu gewinnen, doch der Umgang mit diesen Chemikalien ist sehr unterschiedlich. Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Tencel und Modal ist der Herstellungsprozess oft ausschlaggebend.
Geschlossener Regelkreis vs. traditionelle Verarbeitung
Ein geschlossener Kreislauf bedeutet, dass die in der Produktion verwendeten Lösungsmittel aufgefangen und wiederverwendet werden, anstatt als Abfall entsorgt zu werden. Tencel nutzt dieses System mit einer Lösungsmittelrückgewinnungsrate von über 99 Prozent. Dadurch gelangen während der Herstellung nahezu keine Schadstoffe in die Umwelt.
Die Modal-Produktion entspricht nicht immer diesem Standard. Einige Hersteller verwenden traditionellere Methoden, die mehr chemische Abfälle freisetzen. Die Umweltauswirkungen von Modal-Gewebe hängen daher vollständig davon ab, welches Unternehmen es herstellt und welche Praktiken es anwendet.
Hier ein direkter Vergleich:
|
Faktor |
Tencel |
Modal |
|
Baumquelle |
Eukalyptus |
Buche |
|
Wasserverbrauch |
Im Allgemeinen niedriger |
Mäßig |
|
Chemikalienrückgewinnung |
Geschlossener Regelkreis (hohe Wiederherstellung) |
Variiert je nach Marke |
|
Abfallauswirkungen |
Untere |
Hängt vom Hersteller ab. |
|
Nachhaltigkeitskontrolle |
Streng (Marken-) |
Inkonsistent |
Der Vorteil von Tencel liegt darin, dass es sich um eine kontrollierte Markenfaser mit strengen, von Lenzing durchgesetzten Produktionsstandards handelt. Jedes Stück Tencel-Gewebe erfüllt dieselben Umweltstandards, unabhängig davon, welche Bekleidungsmarke letztendlich darunter leidet.
Modal kann durchaus nachhaltig produziert werden, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Ein verantwortungsbewusster Hersteller, der zertifiziertes Holz verwendet und sorgsam mit Chemikalien umgeht, kann Modal herstellen, das mit Tencel mithalten kann. Ein weniger transparentes Unternehmen hingegen kann Modal mit deutlich höheren Umweltauswirkungen produzieren.
Haltbarkeit, Lebensdauer und Langzeitwirkung
Die Nachhaltigkeit eines Stoffes hängt nicht nur von seiner Herstellung ab. Seine Lebensdauer im Alltag spielt eine entscheidende Rolle für seine gesamte Umweltbilanz. Etwas einmal zu kaufen und jahrelang zu tragen ist deutlich besser, als es jede Saison zu ersetzen.
Wie lange halten sie?
Beim Vergleich der Nachhaltigkeit von Tencel- und Modal-Gewebe über die Zeit spielt die Haltbarkeit eine entscheidende Rolle. Tencel-Fasern sind im Allgemeinen stärker und formbeständiger als Modalfasern, wodurch Kleidungsstücke länger ihre Form behalten.
Darum ist das wichtig:
- Stärkere Fasern reduzieren Abfall. Wenn ein Stoff über lange Zeit haltbar ist, landen weniger Kleidungsstücke auf der Mülldeponie.
- Weniger Ersatzkäufe bedeuten eine geringere CO₂-Bilanz. Jedes neue Kleidungsstück benötigt Energie, Wasser und Ressourcen für die Herstellung. Wer im Laufe seines Lebens weniger Ersatzkleidung braucht, reduziert diesen Fußabdruck.
- Längere Nutzungsdauer bedeutet mehr Nachhaltigkeit. Ein Kleidungsstück, das man fünf Jahre statt nur einem Jahr trägt, ist in praktischer Hinsicht fünfmal nachhaltiger.
Modal ist zwar nach wie vor ein strapazierfähiger Stoff, neigt aber im Vergleich zu Tencel eher zu Pilling und verliert nach vielen Wäschen an Weichheit. Der Unterschied mag nicht dramatisch erscheinen, summiert sich aber im Laufe der Jahre.
Wenn man Langlebigkeit als Teil der Nachhaltigkeit betrachtet, verschiebt sich der Fokus von der reinen Produktion auf den gesamten Lebenszyklus eines Kleidungsstücks. Je länger ein Kleidungsstück hält, desto geringer sind seine Umweltkosten pro Tragen.
Komfort, Haptik und Alltagstauglichkeit
Nachhaltigkeit und Komfort hängen enger zusammen, als die meisten denken. Wenn sich ein Stoff gut anfühlt und strapazierfähig ist, trägt man ihn mit größerer Wahrscheinlichkeit länger. Diese einfache Tatsache hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie nachhaltig ein Kleidungsstück tatsächlich ist.
Weichheit und Atmungsaktivität
Sowohl Tencel als auch Modal sind für ihre außergewöhnliche Weichheit bekannt. Modal wird oft als noch weicher als Tencel beschrieben und fühlt sich seidig an – ein Material, das viele für Nachtwäsche und Unterwäsche schätzen. Tencel hat eine etwas festere Textur, ist aber genauso glatt und angenehm auf der Haut.
Bei der Frage nach der Nachhaltigkeit von Tencel- und Modal-Stoffen im Alltag spielen Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsaufnahme eine wichtige Rolle. Beide Stoffe leiten Feuchtigkeit gut vom Körper weg und eignen sich daher gut für warmes Wetter und Sportbekleidung. Tencel kann sich aufgrund seiner Faserstruktur, die den Luftstrom reguliert, etwas kühler anfühlen.
Nach dem Waschen behalten beide Stoffe in der Regel ihre Weichheit gut. Modal kann jedoch bei häufigem Waschen bei hohen Temperaturen schneller seine ursprüngliche Haptik verlieren. Tencel ist in der Regel unempfindlicher gegenüber Waschgängen, was zu seiner längeren Lebensdauer beiträgt.
Hier erfahren Sie, warum Komfort und Nachhaltigkeit zusammenhängen:
- Wenn man etwas gerne trägt, behält man es länger. Kleidung, die man gerne trägt, landet nicht im hintersten Winkel des Kleiderschranks und wird schließlich weggeworfen.
- Wenn es fusselt oder sich ausdehnt, wird es schneller weggeworfen. Unbehagen führt zur Entsorgung, was wiederum den Textilabfall erhöht.
Der Zusammenhang zwischen dem Tragegefühl eines Stoffes und seiner Lebensdauer im Kleiderschrank ist real. Die Wahl eines Stoffes, den man wirklich gerne trägt, ist eine der praktischsten Nachhaltigkeitsentscheidungen, die man treffen kann.
Preis, Markentransparenz und Verbraucherverantwortung
Beim Vergleich dieser beiden Stoffe im Geschäft oder online reicht das Etikett allein nicht aus, um alle notwendigen Informationen zu erhalten. Die Art und Weise, wie eine Marke ihre Beschaffungs- und Produktionspraktiken kommuniziert, ist genauso wichtig wie die Faser selbst. Um die Nachhaltigkeit von Tencel und Modal zu verstehen, ist es auch wichtig, die Marken hinter den Stoffen zu kennen.
Warum Markenbildung wichtig ist
Tencel ist eine eingetragene Marke von Lenzing. Das bedeutet, dass jedes als Tencel gekennzeichnete Produkt gemäß den spezifischen Umwelt- und Qualitätsstandards von Lenzing hergestellt wurde. Modal hingegen ist eine generische Faserkategorie, die von jedem Hersteller weltweit produziert werden kann.
Bei der Auswahl zwischen den beiden Optionen sollten Sie Folgendes beachten:
- Achten Sie auf die Angaben auf dem Stoffetikett. Suchen Sie nach den genauen Faserbezeichnungen und -anteilen und nicht nur nach allgemeinen Umweltversprechen.
- Zertifizierung. Achten Sie auf anerkannte Zertifizierungen wie FSC (Forest Stewardship Council) für die Holzbeschaffung und OEKO-TEX für Chemikaliensicherheitsprüfungen.
- Markentransparenz. Eine vertrauenswürdige Marke wird offenlegen, woher ihre Stoffe stammen und wie sie hergestellt werden.
- Pflegehinweise. Die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer eines Kleidungsstücks. Marken, die klare Wasch- und Pflegehinweise geben, legen oft insgesamt mehr Wert auf ihre Produkte.
Zertifizierungen sind mehr als nur Marketing-Siegel. Sie bestätigen durch unabhängige Dritte, dass ein Produkt bestimmte Umwelt- und Sicherheitsstandards erfüllt. Ein Modal-Kleidungsstück mit FSC- und OEKO-TEX-Zertifizierung kann genauso eine verantwortungsvolle Wahl sein wie ein Tencel-Produkt.
Erfahren Sie in unserem Artikel „Alles, was Sie über Lenzing Modal wissen müssen“, was Lenzing Modal von herkömmlicher Viskose unterscheidet. Die Kenntnis des Unterschieds zwischen Lenzing Modal und Modal unbekannter Herkunft kann Ihre Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen.
Abschluss
Welcher Stoff ist also wirklich nachhaltiger? In den meisten Fällen hat Tencel die Nase vorn , dank seiner gleichbleibend hohen und kontrollierten Produktionsstandards und seines hocheffizienten Kreislaufsystems. Die Transparenz und Verantwortlichkeit der Marke Lenzing tragen dazu bei, dass man den Nachhaltigkeitsversprechen leichter vertrauen kann.
Hochwertiges Modal von verantwortungsvollen Herstellern kann durchaus eine nachhaltige Wahl sein . Wenn ein Modal-Kleidungsstück über glaubwürdige Zertifizierungen verfügt und von einer Marke mit transparenter Herkunft stammt, ist es alles andere als eine schlechte Option. Nicht die Faser selbst ist das Problem, sondern der Herstellungsprozess und die Menschen dahinter.
Echte Nachhaltigkeit bedeutet mehr als nur das Material. Es geht auch darum, wie lange man das Produkt nutzt, wie man es pflegt und ob der Hersteller ehrlich mit seinen Angaben umgeht. Sowohl Tencel als auch Modal können, bei bewusster Auswahl, Teil einer nachhaltigeren Garderobe sein.
Häufig gestellte Fragen
1. Ist Tencel umweltfreundlicher als Modal?
Tencel ist in der Regel umweltfreundlicher, da in seinem geschlossenen Produktionskreislauf über 99 Prozent der verwendeten Lösungsmittel zurückgewonnen werden. Auch Modal kann nachhaltig sein, das Ergebnis hängt jedoch stark vom jeweiligen Hersteller ab.
2. Ist Modal schlecht für die Umwelt?
Modal ist nicht per se umweltschädlich. Es kommt darauf an, woher das Holz stammt und ob bei der Herstellung verantwortungsvolle Chemikalienpraktiken eingehalten werden.
3. Ist Tencel haltbarer als Modal?
Tencel ist im Allgemeinen strapazierfähiger und weniger anfällig für Einlaufen und Pilling. Diese erhöhte Langlebigkeit macht es zu einer nachhaltigeren Wahl, wenn man die gesamte Lebensdauer eines Kleidungsstücks betrachtet.
4. Welcher Stoff eignet sich besser für heißes Wetter?
Beide Stoffe sind atmungsaktiv und absorbieren Feuchtigkeit gut, wodurch sie sich für warme Klimazonen eignen. Tencel kann sich aufgrund seiner Faserstruktur, die den Luftstrom reguliert, etwas kühler auf der Haut anfühlen.
5. Wie kann ich überprüfen, ob mein Stoff wirklich nachhaltig ist?
Achten Sie auf anerkannte Zertifizierungen wie FSC und OEKO-TEX auf dem Etikett oder der Website des Herstellers. Informieren Sie sich vor dem Kauf immer über die Holzbeschaffung und die Produktionsmethoden des Unternehmens.
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About the Author: Chanuka Geekiyanage
Wogegen Wir Kämpfen
Weltweit-Konzerne produzieren in den ärmsten Ländern im Übermaß billige Produkte.
Fabriken mit Sweatshop-ähnlichen Bedingungen, die die Arbeiter unterbezahlt.
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Schlechte Akteure fördern durch unbewusstes Verhalten den übermäßigen Konsum.
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